Fugenfarben
Die Fugenfarbe entscheidet über das Gesamtbild
Derselbe Stein sieht mit einem hellen, einem grauen oder einem dunklen Fugenmörtel völlig anders aus. Wir zeigen Beispiele aus eigenen Projekten und setzen vor der Ausführung Probefugen.
Die Fugenfarbe ist keine Nebensache. Sie macht einen Anteil von rund zehn bis zwanzig Prozent der sichtbaren Fassadenfläche aus – und bei Klinker noch mehr, weil die Fugen das Farbspiel der Steine ordnen. Ein heller Mörtel lässt die Steine kräftiger erscheinen, ein gleichfarbiger Mörtel lässt die Fläche ruhig und geschlossen wirken, ein dunkler Mörtel betont das Raster.
Auf Farbkarten sieht das anders aus als an der Wand. Klinker hat Farbverläufe, die Oberfläche ist rau, das Licht ändert sich über den Tag. Deshalb setzen wir vor der Ausführung Probefugen: mehrere Fugen in unterschiedlichen Tönen an einer unauffälligen Stelle, die nach dem Aushärten gemeinsam beurteilt werden.
Beispiele
Fugenfarben an ausgeführten Objekten
Grau auf RotklinkerDer klassische Fall: Graue Fugen ordnen das warme Rot der Steine.
Beige auf BuntklinkerHelle Fugen lassen das Farbspiel bunter Klinker deutlicher hervortreten.
Anthrazit auf KalksandsteinDunkle Fugen betonen das Raster und wirken auf hellen Steinen kräftig.
Sand auf KlinkerSandtöne liegen nah am Stein und lassen die Fassade ruhig wirken.
Hellgrau auf MauerwerkZurückhaltend und unauffällig – die Fuge tritt hinter das Mauerwerk zurück.
Musterfugen zur AuswahlMehrere Töne nebeneinander am selben Objekt: So entsteht die Entscheidung.
Alle Aufnahmen zeigen eigene Arbeiten. Die Bildschirmdarstellung weicht von der Wirklichkeit ab – verbindlich ist immer die Musterfuge am Objekt.
Auswahl
Woran wir die Fugenfarbe ausrichten
| Kriterium | Was zu beachten ist |
|---|---|
| Stein und Farbverlauf | Bei Klinker mit starkem Farbspiel sind neutrale Grautöne meist die sicherere Wahl. Bei gleichmäßigen Steinen darf die Fuge mehr Kontrast haben. |
| Fugenbreite | Je breiter die Fuge, desto stärker wirkt ihre Farbe. Breite Fugen in sehr hellen Tönen können die Fassade unruhig erscheinen lassen. |
| Umgebung | Dachziegel, Fensterrahmen und Nachbarbebauung spielen mit. Wir sehen uns das beim Termin vor Ort an. |
| Bewitterung | An der Wetterseite dunkelt Klinker mit den Jahren nach. Sehr helle Fugen fallen dort mit der Zeit stärker auf. |
| Mörteltechnik | Nicht jeder Ton ist mit jedem Mörtel darstellbar. Wir sagen vorab, welche Töne für Ihren Untergrund in Frage kommen. |
Ablauf
So kommen wir zur richtigen Fugenfarbe
Besichtigung
Wir sehen Stein, Fugenbreite und Bewitterung an Ihrer Fassade.
Vorschlag
Wir schlagen zwei bis vier Töne vor, die zu Stein und Umgebung passen.
Probefugen
Die Musterfugen werden an einer unauffälligen Stelle angelegt.
Beurteilung
Nach dem Aushärten sehen Sie das Ergebnis im echten Licht und entscheiden.
Warum Probefugen? Eine Farbkarte zeigt einen Ton, aber nicht den Ton an Ihrem Stein. Klinker hat Farbverläufe und eine raue Oberfläche – erst die ausgehärtete Fuge an der eigenen Wand zeigt, ob der Kontrast stimmt.
Häufige Fragen
Fragen zur Fugenfarbe
Was kostet eine Probefuge?
Wenn wir die Fassade ohnehin verfugen, ist das Anlegen der Probefugen Teil der Leistung. Für sich allein betrachtet ist es ein kleiner Auftrag – fragen Sie einfach an, wir nennen Ihnen den Aufwand vorab.
Wie lange muss ich auf das Ergebnis der Probefuge warten?
Der Mörtel muss aushärten und abtrocknen, weil die Farbe erst dann endgültig zu beurteilen ist. Wir legen die Muster deshalb nicht am Tag der Ausführung an, sondern vorher.
Kann ich die Fugenfarbe später noch ändern?
Nur, indem neu verfugt wird. Ein nachträgliches Umfärben von Fugen hält nicht dauerhaft. Deshalb ist die Probefuge vorher der günstigste Schritt des ganzen Projekts.
Ist die Fugenfarbe genormt?
Es gibt Farbton-Systeme der Mörtelhersteller, aber keine allgemeine Norm, die den Farbton vorschreibt. Verbindlich ist immer das Ergebnis am Objekt – deshalb die Musterfugen.
Fugenfarbe gemeinsam festlegen
Wir bringen Muster mit und legen die Probefugen an Ihrer Fassade an. Danach entscheiden Sie in Ruhe.